Stressbewältigung und Resilienz-Training in der Kontemplativen Psychologie

Die bekanntesten Methoden im Umgang mit Stress, Überforderung und Burnout sind MSC (Mindful Self Compassion - achtsames Selbstmitgefühl) sowie MBSR (Mindfulbased Stress Reduction - achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) und MBCT (Mindfulbased Cognitive Therapy). 

 

Die Grundlagen der kontemplativen Psychologie (Kontemplation = beschauliches Nachdenken) sind Achtsamkeit und Selbstmitgefühl und diese Begriffe rücken in der Psychologie auch zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung.

 

Um die eigene Resilienz (Widerstandskraft) zu stärken kann es hilfreich sein, sich gute Dinge zu gönnen, die man genießt, wie zum Beispiel:

  • Musik hören
  • Urlaub machen
  • Drachenfliegen
  • sich strecken und gähnen
  • an Sex denken
  • Barfuß gehen
  • einen Roman lesen
  • ein Eselsohr knicken
  • Kirchenräume besuchen
  • im Garten arbeiten
  • einem Kind zulächeln
  • Fahrrad fahren
  • schwimmen
  • etwas Gutes kochen
  • Muscheln sammeln u.v.m.

 

Achtsamkeit und Präsenz

Zur Bewältigung von Stress und Burnout ist es notwendig, die eigenen Verhaltensmuster und Abwehrstrategien zu identifizieren, denn Stressreaktionen wie Kampf, Flucht und Erstarrung sind ein Notfallprogramm des Menschen zur Bewältigung überfordernder Belastungen. Die Stressreaktion ist dann ein Überlebensprogramm, welches in einer bestimmten Situation kurzfristig durchaus helfen kann, den Körper und seine Widerstandskräfte zu mobilisieren und physisch zu überleben. Wenden wir diese drei Strategien aber auf der mentalen oder emotionalen Ebene an, gerät der gestresste Mensch aus dem Gleichgewicht und chronische Krankheiten können sich entwickeln. Denn wenn kein äußerer Feind (mehr) in Sicht ist, gegen den wir uns verteidigen müssen, wenden wir uns gegen uns selbst! 

 

"Kampf" wird dann zu übertriebener Selbstkritik, "Flucht" zu Selbstisolation und Rückzug in sich selbst und "Erstarrung" wird zur Selbstbezogenheit und zum inneren Gefängnis unserer eigenen Gedankenwelt, das uns von unserer Umwelt ausschließt. Depressionen und Burnout können die Folgen von solch anhaltendem Stress, der nicht abgebaut wird, sein. 

 

Denken Sie einmal über folgende Fragen nach:

  • Können Sie es genießen, wenn man Ihnen ein Kompliment macht?
  • Haben Sie kürzlich eine ausgedehnte köstliche Mahlzeit genossen?
  • Können Sie in Liebesgefühlen schwelgen, die Sie für manche Menschen empfinden?
  • Atmen Sie gerne tief  die frische (Frühlings- / Herbst...) Luft ein?
  • Erlauben Sie sich laut herauszulachen, wenn Sie glücklich sind?
  • Ist es in Ordnung stolz auf eine eigene Leistung zu sein?
  • Machen Sie Fotos um sich an schöne Momente zu erinnern?
  • Haben Sie Freunde, mit denen Sie viel lachen können?

 

 

Empathie und Selbstmitgefühl zur Heilung des inneren Kindes

Jeder Mensch ist mit der Fähigkeit geboren, sich von der Welt berühren zu lassen, und als Kinder sind wir noch offen für unmittelbares körperliches und emotionales Erleben. Kindliche Lebensfreude, Neugierde, Wissensdurst und Forscherdrang weichen mit dem Erwachsenwerden oft zunehmend emotionaler Kälte, Leistungsdruck und Beziehungsstress. Unbewusste Gewohnheiten entstehen, mit denen wir uns selbst verletzen:

 

  • Wie putzen Sie sich die Zähne? Eher sanft oder grob?
  • Sind Sie morgens immer gehetzt?
  • Fühlt sich Ihr Körper aufgrund von Bewegungsmangel steif oder verspannt an?
  • Sind Sie oft erschöpft?
  • Essen Sie regelmäßig zu viel?
  • Bleiben Sie vor dem Computer "hängen"?
  • Haben Sie Sex, weil Sie meinen, es "müsse sein"?
  • Ist es Ihnen lästig an so vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen?
  • Schimpfen Sie auf die Politiker im Fernsehen?
  • Geben Sie im Urlaub zu viel Geld aus?
  • Müssen Sie jeden Sonntag mit Ihren Eltern telefonieren?