ego state therapie

Wenn jemand in der Kindheit seelisch großem Stress ausgeliefert war oder schlimme Verletzungen erlitten hat, kann er zum Selbstschutz und als Abwehr gegen Schmerz und Verlassenheitsgefühle und damit verbundene Ängste verschiedene Ich-Anteile entwickeln. Das sind Aspekte des eigenen Selbst, die wie "eigene Persönlichkeiten" wirken, um das gesamte System Mensch zu stabilisieren und zu schützen.

 

Wenn wir in in Alltagssituationen zB hochemotional sind und überreagieren ohne es zu wollen, ist oft ein geschwächter Ich-Anteil präsent. Er hat Ablehnung und Ausgrenzung erfahren und ist sozusagen unser "wunder Punkt", der seine Probleme in Vermeidungsverhalten, Rückzug, Zwängen oder mit Süchten zu kompensieren versucht (Arbeitssucht, Fresssucht, Sex-Sucht etc.).

 

Wenn wir zu unangemessenen Wutausbrüchen und zu heftiger Aggression neigen, steht oft ein in kindlichen Bewältigungsmustern steckengebliebener Ich-Anteil im Vordergrund. Die früh angelernten Muster wie zB Trotzanfälle oder Wutausbrüche, die als Kind dem Selbstschutz dienten oder um den eigenen Willen durchzusetzen, sind heute nicht mehr adäquat und können weiterentwickelt werden.

 

Ein Konflikt-Ich-Anteil ist an der Oberfläche, wenn wir Gefühle für uns selbst empfinden wie "Ich hasse mich, wenn ich so bin". Wenn es schwerfällt im Bezug auf Entscheidungen oder Handlungen vernünftig zu agieren und zu große Anspannungen entstehen, kan eine hinderliche Entscheidungsschwäche das Leben lähmen, und man steht dann sozusagen auf "Kriegsfuß" mit sich selbst. Hier kann es notwendig werden, Gefühle der Ambivalenz zu entwickeln und ein "sowohl als auch" anstelle des "entweder - oder " zu etablieren.