verbitterung

nach langen depressiven Phasen ist ein spezieller Mechanismus, dem man mit einem noch relativ jungen Forschungsgebiet, der Weisheitspsychologie, begegnet. Dieses versetzt in die Lage, zunehmende Verbitterung und erlebte Kränkungen und Herabwürdigungen zu überwinden und damit verbundenes geringes Selbstwertgefühl nachhaltig wieder aufzubauen.

Im Leben eines jeden Menschen gibt es negative, unfaire und schmerzhafte Erlebnisse wie Untreue und Trennungen, Kündigungen, Todesfälle etc. Diese Ereignisse können manchmal zu chronischem Gedankenkreisen oder Verbitterung führen, aus der man selbst nicht mehr herausfindet. 

In der Weisheitstherapie (auch "Reframing" genannt) wird der Versuch unternommen, eine andere Sicht auf das Ereignis zu entwickeln. Die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und Beobachten der eigenen Handlungen, das Aushalten (lernen) von Unsicherheit oder mitunter sogar Humor schaffen emotionale Distanz zum Erlebten und tragen dazu bei, das negative Erlebnis besser verarbeiten zu können. Auch das Erlernen von Empathie und Toleranz (sich selbst und anderen gegenüber) kann helfen, das eigene Handeln besser zu verstehen und das anderer nicht persönlich zu nehmen.

 

Weisheitskompetenzen sind:

  • Perspektivenwechsel
  • Empathie-Fähigkeit (sich selbst und anderen gegenüber)
  • die eigenen Emotionen wahrnehmen und benennen können
  • konstruktiver / kreativer Umgang mit Gefühlen
  • emotionale Ausgeglichenheit stabilisieren
  • Relativierungsfähigkeit
  • Toleranz gegenüber Ungewissheiten
  • Distanz zum Selbsterleben (sich von außen beobachten)

Am Ende dieses Prozesses könnte die Erkenntnis stehen, dass es immer einen Teil des Lebens gibt, den jeder selbst beeinflussen kann, und sei es nur seine eigene Reaktion auf Ereignisse. Ein Ausdruck dafür findet sich im Weisheitsklassiker "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und den Mut, Dinge zu verändern, die ich ändern kann - und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."