Burnout erkennen

Chronischer Stress, hohe Erwartungen und Überbelastung führen häufig zu Schlafproblemen. Sie befinden sich regelmäßig unter den ersten Anzeichen des Burnout-Syndroms und sind daher Indikatoren einer Früherkennung. 

 

Leben ist Balance und Ausgewogenheit, auch der Körper unterliegt dem Gesetz des Ausgleichs: einatmen - ausatmen; tun - nichts tun; anspannen - entspannen; geben - nehmen usw. 

Missachten wir diese natürliche Balance und bewerten wir zB das Tun höher als das Nichtstun, atmen wir quasi am Montag ein und am Freitag erst wieder aus, können Symptome der Einseitigkeit entstehen wie Stress, Erschöpfung und Schlafstörungen etc.

 

Risikofaktoren für Burnout-Gefährung:

  • große Verantwortung und hohe Arbeitsbelastung
  • individuell geringe Ressourcen (zB wenig Zeit, wenig Unterstützung von außen, kaum Möglichkeiten der Selbstkontrolle)
  • strukturelle Beziehungsproblematik (zB es "allen Recht machen" wollen)
  • zu wenig Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Entscheidungen
  • zu wenig (eigene) Anerkennung für Geleistetes
  • hohe finanzielle Abhängigkeit (zB hohe Fixkosten)

Burnout-Entwicklung

Der Burnout-gefährdete Mensch neigt tendenziell dazu bei Druck und Erschöpfung seine Leistungen zu erhöhen anstatt sie temporär zurückzufahren oder vorübergehend gar ganz einzustellen um sich zu erholen.

Durch den Versuch sein Leistungsniveau trotz Stress und Belastung beizubehalten oder gar noch zu steigern sollen Erfolg und Wertschätzung erreicht oder gesichert werden, Ängste vermindert oder Existenzsorgen reduziert werden u.v.m. Die zunehmende oder schon akute Erschöpfung wird häufig nicht ausreichend wahrgenommen oder übergangen.

Dadurch besteht die Gefahr, immer mehr nur noch zu funktionieren und zu einer abgestumpften "Arbeitsmaschine" zu werden, die sich selbst energetisch ausbeutet, manchmal sogar bis zur völligen Erschöpfung.


Verhalten bei Burnout

Unter Stresseinwirkung werden die Notfallfunktionen des Körpers wie Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus zur Bewältigung der überfordernden Belastung aktiviert. Für kurze situative Überlastungen ist dieses System sehr sinnvoll, auf Dauer angewandt bringen solche Stressreaktionen den gestressten Menschen jedoch aus dem Gleichgewicht. 

 

"Kampf" wird dann zu übertriebener Selbstkritik, "Flucht" zu Selbstisolation und "Erstarrung" zur Selbstbezogenheit. Depressionen und Burnout können die Folgen von anhaltendem Stress sein, der nicht abgebaut wird. 

 

Denken Sie zB einmal über folgende Fragen nach:

  • Können Sie es genießen, wenn man Ihnen ein Kompliment macht?
  • Haben Sie kürzlich eine ausgedehnte köstliche Mahlzeit genossen?
  • Können Sie in Liebesgefühlen schwelgen, die Sie für manche Menschen empfinden?
  • Atmen Sie gerne tief  die frische (Frühlings- / Herbst...) Luft ein?
  • Erlauben Sie sich laut herauszulachen, wenn Sie glücklich sind?
  • Ist es in Ordnung stolz auf eine eigene Leistung zu sein?
  • Machen Sie Fotos um sich an schöne Momente zu erinnern?
  • Haben Sie Freunde, mit denen Sie viel lachen können?

Burnout behandeln

Neben ersten Entspannungs-Anleitungen und entlastenden Gesprächen ist es notwendig, ein Bewusstsein für das eigene problematische Verhalten zu schaffen, mit dem man oft indirekt den Druck und die Belastung aufrecht erhält (zB nicht "nein" sagen können, sich keine Pausen gönnen etc.).

Mehr Selbstwertschätzung, Achtsamkeit im täglichen Umgang mit sich selbst und der eigenen Umgebung (vor allem mit den vorhandenen Ressourcen), mehr Eigenliebe und ein Sensorium für den eigenen Energiehaushalt sind letztlich oft die Schlüssel zur Überwindung eines Burnout. Das Credo lautet:  "Von Anspannung und Erschöpfung zu Entspannung und Regeneration."