selbsterfahrung

umfasst ein breites Spektrum an therapeutischen und geistigen Prozessen, in denen sich jemand selbst - im Einzelgespräch oder in der Gruppe - neu oder besser kennenlernen kann.

Selbsterfahrung wird durch das Sprechen über sich selbst, das Sich-selbst-Erleben und Erkennen und das darüber Reflektieren ermöglicht. Sie ist wie Supervision in verschiedenen Kontexten wie im Coaching, in der Sozialarbeit, der Seelsorge und in künstlerischen Berufen ein wichtiges Instrument, denn jeden Tag begegnen wir neuen Menschen oder erleben Situationen mit uns nahestehenden Menschen, durch die wir uns selbst besser kennen- und verstehen lernen können. 


In der Selbsterfahrung gehen wir Fragen nach wie:

  • Welche Gedanken oder Emotionen werden aktiv, wenn ich jemanden neu kennenlerne?
  • Was fühle ich bevor ich einer neuen Person begegne (zB Autoritäten im Arbeitsumfeld, neuen Kolleg:innen, beim Ausgehen etc.)
  • Bin ich eventuell schon beeinflusst oder gar voreingenommen durch Aussagen anderer Menschen?
  • Welche Gedanken und Gefühle löst ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Aussage dieser Person bei mir aus?
  • Was denke ich nach einer Begegnung (über mich oder die andere Person)?
  • Sind bestimmte Gedanken entstanden, weil ich mich unsicher, überfordert, beeinflusst, unterlegen, überlegen etc. fühle?
  • Sind besondere Gefühle aufgetreten, weil ich erwartungsvoll, angstvoll, voreingenommen etc. war?
  • Warum habe ich mich diesem Menschen / dieser Situation gegenüber in einer bestimmten Weise verhalten?
  • (Wie) Hat sich mein Zustand während des Treffens / der Situation verändert? 
  • Welche Erkenntnisse kann ich aus meinem Verhalten über mich selbst ziehen?

Zu schnell gehen wir oft über unsere eigenen Gefühle und über Situationen und Begegnungen hinweg. Jedoch gibt uns gerade unser Verhalten im Zwischenmenschlichen die Möglichkeit über unsere eigene Person nachzudenken und uns durch das Ungewohnte, Neue und Unvorhergesehene selbst besser zu erkennen um gegebenenfalls künftig anders zu agieren und so konflikthafte, kränkende oder unangenehme Situationen zu vermeiden oder zumindest besser verarbeiten zu können. 


Durch das gemeinsame Reflektieren in der Gruppe oder im Einzelgespräch werden neue Blickwinkel, neue Handlungsmuster und neue Strategien möglich, mit Schmerz, Kränkungen, Einsamkeit oder Aggression besser umzugehen und diese Gefühle als wichtigen Katalysator für Veränderungen zu nutzen.