Risikofaktoren für Burnout sind u.a.

 

  • große Verantwortung und hohe Arbeitsbelastung
  • individuell geringe Ressourcen (Zeit, Unterstützung von außen, Kontrollmöglichkeiten...)
  • strukturelle Beziehungsproblematik (es allen Recht machen wollen...)
  • zu wenig Mitbestimmungsmöglichkeit bei Entscheidungen 
  • zu wenig Anerkennung für Geleistetes
  • hohe finanzielle Abhängigkeit (Fixkosten)

Entwicklung von Burnout 

Der Burnout-gefährdete Mensch neigt tendenziell dazu bei Druck und Erschöpfung seine Leistungen zu erhöhen anstatt sie temporär zurückzufahren oder gar ganz einzustellen um sich zu erholen. Durch den Versuch sein Leistungsniveau trotz Stress und Belastung beizubehalten oder gar noch zu steigern sollen Erfolg und Wertschätzung erreicht oder (Zukunfts- und Existenz) Ängste reduziert werden. Die zunehmende oder schon akute innere Erschöpfung wird dabei nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen oder sogar übergangen. Dadurch besteht die Gefahr, immer mehr nur noch zu funktionieren und zu einer abgestumpften "Arbeitsmaschine" zu werden, die sich selbst energetisch ausbeutet, manchmal sogar bis zur völligen Erschöpfung oder einem kompletten Zusammenbruch. 

 

Behandlung eines Burnout 

Neben ersten Entspannungs-Anleitungen und entlastenden Gesprächen ist es auch notwendig ein Bewusstsein für das eigene problematische Verhalten zu schaffen, mit dem man oft indirekt den Druck und die Belastung aufrecht erhält (zB nicht Nein sagen können, sich keine Pausen gönnen etc). Mehr Selbstwertschätzung, Achtsamkeit im Umgang mit den eigenen Ressourcen, mehr Eigenliebe und ein Sensorium für den eigenen Energiehaushalt sind dann letztlich die Schlüssel zur Überwindung des Burnouts. Das Credo lautet "Von Anspannung und Erschöpfung zu Entspannung und Regeneration."

 

Schlafprobleme bei Burnout 

 

Chronischer Stress, hohe Erwartungen und Überbelastung führen häufig zu Schlafproblemen. Sie befinden sich regelmäßig unter den ersten Anzeichen des Burnout-Syndroms und sind daher Indikatoren einer Früherkennung. Hypnose und Selbsthypnose eignen sich besonders gut zur Behandlung von Schlafproblemen, da die Tiefenpsychologie von jeher auf den Schlaf und das Träumen ausgerichtet war. 

Verhaltensmuster / Stressreaktionen bei Burnout

Unter Stresseinwirkung werden die Notfallfunktionen des Körpers wie Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus zur Bewältigung der überfordernden Belastung aktiviert. Für kurze situative Überlastungen ist dieses System sehr sinnvoll, auf Dauer angewandt bringen solche Stressreaktionen den gestressten Menschen jedoch aus dem Gleichgewicht. 

 

"Kampf" wird dann zu übertriebener Selbstkritik, "Flucht" zu Selbstisolation und "Erstarrung" zur Selbstbezogenheit. Depressionen und Burnout können die Folgen von anhaltendem Stress sein, der nicht abgebaut wird. 

 

Denken Sie zB einmal über folgende Fragen nach:

  • Können Sie es genießen, wenn man Ihnen ein Kompliment macht?
  • Haben Sie kürzlich eine ausgedehnte köstliche Mahlzeit genossen?
  • Können Sie in Liebesgefühlen schwelgen, die Sie für manche Menschen empfinden?
  • Atmen Sie gerne tief  die frische (Frühlings- / Herbst...) Luft ein?
  • Erlauben Sie sich laut herauszulachen, wenn Sie glücklich sind?
  • Ist es in Ordnung stolz auf eine eigene Leistung zu sein?
  • Machen Sie Fotos um sich an schöne Momente zu erinnern?
  • Haben Sie Freunde, mit denen Sie viel lachen können?

Achtsamkeit und Selbstmitgefühl

Die Kontemplative Psychologie mit dem Konzept der Achtsamkeit verbindet die westliche Psychotherapieforschung mit fernöstlicher Psychologie und schlägt hier Brücken zur ganzheitlichen Lebensführung.

 

Jeder Mensch ist mit der Fähigkeit geboren, sich von der Welt berühren zu lassen, und als Kinder sind wir noch offen für unmittelbares körperliches und emotionales Erleben. Kindliche Lebensfreude, Neugierde, Wissensdurst und Forscherdrang weichen mit dem Erwachsenwerden oft zunehmend emotionaler Kälte, Leistungsdruck und Beziehungsstress. Unbewusste Gewohnheiten entstehen, mit denen wir uns selbst verletzen:

  • Wie putzen Sie sich die Zähne? Eher sanft oder grob?
  • Sind Sie morgens immer gehetzt?
  • Fühlt sich Ihr Körper aufgrund von Bewegungsmangel steif oder verspannt an?
  • Sind Sie oft erschöpft?
  • Essen Sie regelmäßig zu viel?
  • Bleiben Sie vor dem Computer "hängen"?
  • Haben Sie Sex bloß noch aus Gewohnheit?
  • Ist es Ihnen lästig an so vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen?
  • Schimpfen Sie auf die Politiker im Fernsehen?
  • Geben Sie im Urlaub zu viel Geld aus?
  • Müssen Sie wirklich jeden Sonntag mit Ihren Eltern telefonieren?